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Schwarz-grüner Impuls für den Radverkehr
Schwarz-Grün ist paktiert, Neo-Vizebürgermeisterin Lisa Rücker übernimmt von Gerhard Rüsch den Verkehr. Die neue Konstellation könnte für den Radverkehr in Graz den langersehnten Anschub bedeuten. Jedenfalls soll mit je 2 Mio. Euro pro Jahr von Stadt und Land mehr in die Radinfrastruktur investiert werden.  

Rücker, Hagenauer
Rücker, Hagenauer
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Bei der CM, 2007
Bei der CM, 2007
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Ein Prioritätenkatalog, ausgearbeitet vom Verkehrsplaner und früheren Radverkehrsbeauftragten Vinzenz Saurugger, war wichtige Verhandlungsmaterie. Er wurde mit Wünschen der Grünen und ARGUS abgeglichen und mit Kostenprognosen versehen. "Wegen der im allgemeinen geringen Kosten von Radverkehrsmaßnahmen sehe ich kein Finanzierungsproblem, auch wurde dafür und vor allem für die großen Brocken im ÖV das Land ins Boot geholt", berichtet ein Mitglied der Unterverhandlungsgruppe.

Darüber hinaus soll auch für neue Projekte (durchaus auch mit der Möglichkeit, Straßenraum vom motorisierten Individualverkehr zum Rad umzuwidmen) sowie für Maßnahmen zur Verbesserung des Fahrradklimas, für Moblilitätsmangement etc. Geld locker gemacht werden. Nicht ganz unwesentlich, weil in jüngerer Vergangenheit für die Blockade einiger wichtiger Projekte verantwortlich: Enteignungen sollen auch für Radwege/-routen durchgeführt werden. Auch das Problem der Erhaltung (Wirtschaftsbetriebe) wurde in der Verhandlungsgruppe Verkehr behandelt: Hier sind von Rücker, die ja - im Gegensatz zu Vorgänger Rüsch - auch ressortzuständig ist, Verbesserungen zu erwarten. Konkret geht es dabei um die Bereiche Markierung, Winterdienst und Wartung.


Hotspots in der City
Vom Tisch: Verschlechterung am Kaiser-Franz-Josef-Kai
Vom Tisch: Verschlechterung am Kaiser-Franz-Josef-Kai
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Ganz oben auf der Agenda steht eine radlerfreundliche Lösung am Kaiser-Franz-Josef-Kai. Hier soll ja schon ab Mai umgebaut werden, mit dem Ziel, dass die Tram eine eigene zweigleisige Trasse bekommt. Die bisherigen Pläne, das Stück Radweg Richtung Norden zwischen K&Ö-Ausfahrt und Marko-Spitz zugunsten von Ersatzparkplätzen zu opfern, dürfte wohl vom Tisch sein. Die Frage ist, ob und wie der Wunsch nach einem durchgängigen Zwei-Richtungsradweg östlich der Baumreihe erfüllbar ist.

Zwei weitere dicke Punkte auf der Prioritätenliste betreffen ebenfalls das Zentrum: Zum einen geht es um die Verlängerung des Ring-Radwegs bis zum Radetzkyspitz mit Anbindung an die Keesgasse, zum anderen um die Öffnung der Achse Landhausgasse - Stempfergasse als weitere Ost-West-Querung der Fuzo. Vorgeschlagen wird auch eine temporäre Öffnung der Fuzo und eine selektive des Stadtparks (Achse Zinzendorfgasse - Burgring).


Was Neues im Westen
Eine bevorrange Stellung in der Projektliste nehmen die Relationen vom Nahverkehrsknoten Don Bosco ein, konkret auf der Kärntnerstraße stadteinwärts über den Gürtelturmplatz in die Idlhofgasse bzw. Richtung Citypark und Oeverseepark, stadtauswärts bis Don Bosco/ Kreuzung Roseggerstraße - Am Lindenkreuz mit Anschlüssen an die Südbahn-Begleit-Radroute und an die Route Südbahnstraße zum Hauptbahnhof.

Zweiter Knackpunkt im Westen ist die Verbesserung der vergurkten Rad-/Gehweglösung in der Eggenberger Allee sowie die Anlage einer Radfahrspur an der Südseite der Eggenbergerstraße zwischen Köflacherstraße und Eggenberger Gürtel mit Weiterführung in die Annenstraße.

Vorhaben im Norden, Süden und Osten
Haltestelle St. Peter Schulzentrum
Haltestelle St. Peter Schulzentrum
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Leipzig, überfahrbares Kap
Leipzig, überfahrbares Kap
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Dem Problembezirk St. Peter widmet sich ein weiterer Schwerpunkt: Gefordert wird eine durchgehende Lösung  (Busspur-Mitbenutzung oder baulich getrennter RW) bis Raaba (bereits in Planung) für die St. Peter-Hauptstraße, eine Verbesserung der Durchlässigkeit im Bereich TU-Campus-Inffeld,  radlerfreundliche Verbesserungen in der Petersgasse nach dem ÖV-gerechten Umbau (ARGUS-Vorschlag: Überfahrbare Kaphaltestelle), Wiederherstellung der Verbindung St. Peter - Liebenau entlang Banngrabenweg von der St.Peter-Hauptstraße bis zum Sternäckerweg inklusive Lösung der Anbindung Murpark Süd sowie die Komplettierung des Radwegs von der Koßgasse östlich des St.Peter-Stadtfriedhofs bis zur Eisteichgasse.

Rund um das EKZ "Shopping Nord" gilt die Aufmerksamkeit der schon seit Jahren geplanten und für heuer endgültig versprochenen Verbindung Andritz - Gösting über die Obere Weid. Zudem soll die bereits in Planung befindliche Verbindung EKZ - R2 rechtes Murufer über Fischeraustraße beschleunigt werden. Auf der anderen Murseite soll ein RW oder GRW entlang der Grabenstraße eine Verbindung zwischen Andritzer Reichstraße - Nordspangen-Radroute - Wirtschaftskammer, Hochsteingasse/ Heinrich-Casper-Gasse schaffen.

In St. Leonhard schließlich geht es um eine Lösung Sonnenstraße - Am Leonhardbach (mit Brücke Odilienweg) und um die Berücksichtigung des Radverkehrs bei den Planungen für den neuen Med-Uni-Campus.


Rücker folgt auf Rüsch
Künftig starke Achse für den Radverkehr: Rücker mit Edlinger-Ploder
Künftig starke Achse für den Radverkehr: Rücker mit Edlinger-Ploder
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Die Übertragung des großen Verantwortungsbereichs hat für die Grünen freilich nicht nur Vorteile: Zum einen sind im ÖV-Bereich in den nächsten fünf Jahren keine großen Würfe (etwa Tram-Verlängerungen) zu erwarten - zusätzliches Geld aus einer Nahverkehrs-/ Stellplatzabgabe ist auch nicht in Sicht -, zum anderen muss sich Neuling Rücker erst mit einem teilweise nicht gerade velophilen und ziemlich eigenständig operierenden Beamtenapparat abstrudeln, ehe sie im Tagesgeschäft wirklich was bewegen kann. Mit Eva-Maria Fluch, als ÖVP-Stadträtin für Stadtentwicklung und Baudirektion zuständig (bisher bei Rüsch), dürfte hingegen das Klima passen. 

Noch nicht gegessen sind andere Maßnahmen, die indirekt den (Rad-)Verkehr betreffen: So gibt es die vage Absicht, Umweltzonen mit an Abgasnormen orientierten Einfahrtsbeschränkungen in die Stadt gemeinsam mit Land und Bund zu verordnen sowie den Konsens, die ECE Shopping Mall am Bahnhof kleiner, offener, mit gemischter Nutzung und mit deutlich weniger als 1300 Tiefgaragenplätzen zu realisieren - lässt sich der Betreiber aber nicht überzeugen, könnte ein Beschluss im koalitionsfreien Raum fallen. Die Umgestaltung und Verkehrsberuhigung der Annenstraße soll auf alle Fälle kommen.

(ARGUS)



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LETZTE ÄNDERUNG
01.11.2012
Wolfgang Wehap

 
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