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Unschlagbares Verkehrsmittel Fahrrad
Graz

Graz ist mit 250.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Österreichs und zugleich die Landeshauptstadt der Steiermark, des im Südosten der Alpenrepublik gelegenen drittgrößten Bundeslandes. Die Stadt wird von der Mur durchflossen und hat in der Mitte einen grünen Berg, den Schlossberg. Von der früheren Burganlage sind nur noch Reste, insbesondere der Uhrturm, übrig. Graz ist bekannt für sein südliches Flair, für seine Architektur der Renaissance und der Moderne, seine Universitäten u.v.a.m. - 2003 richtete man die "Kulturhauptstadt Europas" aus, was die Bedeutung als Stadt der Kunst und Kultur unterstreicht.


Kunsthaus
Kunsthaus
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Zinzendorfgasse/ Univiertel
Zinzendorfgasse/ Univiertel
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Der Radverkehr spielt im Verkehrsgeschehen von Graz traditionell eine wesentliche Rolle. Schon in der Pionierzeit um die Jahrhundertwende war hier die bedeutendste Fahrradindustrie der Habsburger-Monarchie etabliert, allen voran das von Johann Puch gegründete Fahrradwerk. Von Vorteil für das radfahrfreundliche Klima war und ist, abgesehen von der vergleichsweise toleranten Haltung von Behörden und Politik, sicher auch die kompakte städtebauliche sowie die günstige topografische Situation. Zwar nahm die Fahrradnutzung nach dem Zweiten Weltkrieg wie überall in den Wohlstandsgesellschaften ab, der Drahtsesel verschwand aber nie ganz aus dem Straßenbild.

Einen Umschwung in Richtung Renaissance des Fahrrades brachte die Umweltbewegung Ende der 1970er-Jahre und der Fitness-Boom der 80er- und 90er-Jahre. In dieser Zeit erfolgte auch eine verstärkte verkehrspolitische Ausrichtung auf die Bedürfnisse des Radverkehrs, speziell die Schaffung der entsprechenden Infrastruktur. (siehe auch zur Externe Verknüpfung Geschichte)


Tipps
Schmiedgasse
Schmiedgasse
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Edeggersteg
Edeggersteg
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Hier einige Informationen, die jenen RadlerInnen dienlich sein könnten, die mit den Grazer Verhältnissen nicht vertraut sind:
=> Die Innenstadt ist sehr gut mit dem Rad erreichbar, einige Fußgängerzonen sind auch für Radler geöffnet. Gerade im Sommer, wenn die Gastgärten "blühen", wird es da schon öfters eng, wie etwa in der Schmiedgasse (Bild rechts) oder in der Hans-Sachs-Gasse. Mangelware sind reguläre Abstellmöglichkeiten vor allem um den Hauptplatz. Eine überdachte Abstellmöglichkeit gibt es im Rathaus-Innenhof.
=> Ein nicht zu unterschätzendes Sturzrisiko stellen die Straßenbahnschienen dar. Insbesondere bei Nässe oder Schnee ist Vorsicht geboten und eine Querung in steilem Winkel anzuraten. Die von ARGUS gestaltete Grazer Radkarte gibt, abgesehen von den verschiedenen Standards der Radverkehrsrouten/ -anlagen, auch über besondere Gefahrenstellen Auskunft.
=> Die Radwege in Graz sind mitunter ziemlich schmal und sehr häufig als kombinierte Geh-/Radwege im Zweirichtungsverkehr angelegt, der Wartungszustand lässt öfters zu wünschen übrig. Nicht alle Rand- bzw. Wohnbezirke verfügen über eigene durchgängige Radwege und/ oder Kfz-verkehrsarme Radrouten ins Zentrum, was auch für die Verbindung von Subzentren (etwa der Universitäten) untereinander gilt.
=> Die Wegweisung hat 2009 mit der Ausschilderung und der der Markierung von 13 radialen Externe Verknüpfung Hauptradrouten plus einer Ring-Radroute eine substanzielle Verbesserung erfahren. Diese deckt sich auch mit der neu aufgelegten Radkarte, die gratis u.a bei MobilZentral und Graz Tourismus erhältlich ist. Die restliche Beschilderung ist allerdings eher schütter und deckt sich nicht mit dem in der Radkarte ausgewiesenen Radroutennetz.
=> überdachte Abstellanlagen gibt es nur wenige an den Endhaltestellen der Öffentlichen Verkehrsmittel (GVB). Die GVB nehmen in ihren Fahrzeugen (Tram, Bus) übrigens KEINE Fahrräder mit. Für die Ende 2007 installierte 1. Stufe der S-Bahn gelten die Beförderungsbedingungen der Verkehrsunternehmen ÖBB, Steiermärkische Landesbahn und GKB. Externe Verknüpfung (s. "Bike & Rail")

Weitere nützliche Tipps und weiterführende Infos unter Externe Verknüpfung Service und Links sowie auf der Seite der Externe Verknüpfung Stadt Graz.


Sanfte Mobilität
Tempo 30
Tempo 30
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Der Fahrradverkehr nahm im Konzept der Sanften Mobilität - Vorrang für den Umweltverbund (Öffentlicher Verkehr, Fahrrad, Zufußgehen) - eine Schlüsselrolle ein. Der Anteil jener Wege, die von Grazerinnen und Grazern mit dem Fahrrad zurückgelegt werden (Modal Split), ist auf 16 Prozent (2008) gestiegen. Heute umfasst das Radverkehrsnetz rund 120 Kilometer an Radwegen, Radfahrstreifen und Radrouten in Tempo-30-Zonen. Die Qualitäten im Netz sind sehr unterschiedlich, die Markierung und Beschilderung lässt öfters zu wünschen übrig, überdachte und diebstahlsichere Abstellanlagen sind Mangelware.

Wesentlich bei der Schaffung eines radfahrfreundlichen Klimas war die Einführung von flächendeckend Tempo 30 (ausgenommen Vorrangstraßen) 1992, wodurch 2/3 des städtischen Straßennetzes (ca. 650 km) entschleunigt wurden, sowie die Öffnung von mittlerweile rund 60 Einbahnen für Radfahrer, was zur Schaffung eines engmaschigen Radroutennetzes vor allem rund um das Zentrum beitrug. Darüber hinaus wurden im ganzen Stadtgebiet im Straßenraum Abstellanlagen eingerichtet und 1999, im Jahr des "Velocity Congress", mit der Beschilderung der Radrouten begonnen.

In den 1990er Jahren ließen die Aktivitäten der Stadt leider nach und der Schwerpunkt der kommunalen Verkehrspolitik verlagerte sich wieder deutlicher in Richtung Förderung des Autoverkehrs, zuletzt aber hin zum Ausbau des Öffentlichen Verkehrs. Dennoch sind einige weitsichtige Politiker und Planer sowie Lobbyorganisationen wie ARGUS bemüht, die Position von Graz als radfahrfreundliche Stadt abzusichern und auszubauen.



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LETZTE ÄNDERUNG
01.11.2012
Wolfgang Wehap

 
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