15. März 2010
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Lichtdisziplin leicht verbessert

 627 RadfahrerInnen wurden angehalten, bei 318 Fahrrädern Mängel festgestellt und davon 118 gleich an Ort und Stelle repariert. Im vierten Jahr war die gemeinsam mit der Polizei und Bicycle durchgeführte Aktion "Licht + Technik" wieder ein Erfolg. Gegenüber den beiden Vorjahren ging die Mängelquote leicht auf 51 Prozent zurück.
Rep-Stand von Bicycle © ARGUS Stmk
Rep-Stand von Bicycle
© ARGUS Stmk
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Checkpoint Amtshaus © ARGUS Stmk
Checkpoint Amtshaus
© ARGUS Stmk
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Einsatz im Dienste der Verkehrssicherheit © ARGUS Stmk
Einsatz im Dienste der Verkehrssicherheit
© ARGUS Stmk
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 Der Start am 27.10. war ein starker: Vor dem Amtshaus in der Schmiedgasse wurden gemeinsam mit der Polizei binnen 2 Stunden 137 RadlerInnen angehalten, ihre Drahtesel kontrolliert und zum Teil lichtmäßig aufgebessert. Zwar wurden an 87 Rädern Mängel festgestellt, zumal bei einer derart starken Frequenz wie in der Schmiedgasse (1.300 RadlerInnen/ 2h) bevorzugt LenkerInnen mit erkannbar defekten Rädern angehalten wurden, kann die hohe Mängelquote - 87 von 136, d.s. 64 % - nicht als repräsentativ gelten.

Ähnlich auch das Ergebnis zwei Tage später vor der Oper: Auch hier konnte man den RadlerInnen, noch zugute halten, dass sie nach der Winterzeitumstellung von der früher einbrechenden Dunkelheit "überrascht" wurden. Wie schon in der Vergangenheit mit einer Mängelquote von 39 % vorne weg war der Standort Bertha-von-Suttner-Brücke, was sich auch in der absolut notwendigen Eigenbeleuchtung für Fahrten am Murradweg nach Süden erklären lässt.  

Erneut bewährt haben sich - neben den Gratis-Speichenreflektoren - die Klebefolien, die in entsprechenden Formaten an Gabel vorne und hinten, Steuerrohr, Lenker oder Kotblech angebracht wurden. Ergänzt um reflektierende Aufkleber mit ARGUS Steiermark-Aufdruck in Weiß, Rot und Gelb konnte diemal einiges an passiver Leuchtkraft aufgeboten werden. Durch die von Heidi und Stephan kunstvoll formatierten Folien und ihre leichte Applizierbarkeit wurden die Boys an den Bicycle-Reparaturständen wesentlich entlastet. Zusätzlich gab es einen neu designten Folder mit Wissenswertem über Beleuchtungsysteme und gesetzliche Anforderungen in Sachen Licht.

"Super, dass ihr das macht" - kleine Anerkennungen dieser Art erfreuten die Aktiven wiederholt und vermittelten den Eindruck, dass diese Aktion im Dienste der Verkehrssicherheit schon etabliert ist und honoriert wird. In- und ausländische Studierende nahmen die Beratungs- und Reparaturdienste ebenso in Anspruch wie Berufstätige, die gerade vom Büro nach Hause strampelten oder Eltern mit Nachwuchs, der ganz besonders auf die Nougat Variation von "Zotter" - wieder als Dankeschön für brave LichtfahrerInnen gedacht - reflektierte.

Trillerpfiefe statt Nationalhymne

Erstmals dabei: Hebie (r.) © H. Schmitt
Erstmals dabei: Hebie (r.)
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Profunde Hilfe am Reperaturstand © H. Schmitt
Profunde Hilfe am Reperaturstand
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H. Blazek kam mit Liegerad © H. Schmitt
H. Blazek kam mit Liegerad
© H. Schmitt
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Auch neu im Team: Steffen © H. Schmitt
Auch neu im Team: Steffen
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Am Opernring vor der Oper (29.10.) waren neben den alten Hasen Martin, Heidi und Stephan auch die Licht-Neulinge Hebie und Steffen im Einsatz. Die Aktion hatte an diesem Abend eine gewichtige Konkurrenz - eine Uni-Demo in unmittelbarer Nähe. Deshalb war die Polizei auch schon weit vor der Zeit vor Ort, da sie teilweise die Straße sperren musste. Im Falle einer Eskalation der Demo hätte unsere freundliche Polizeigruppe eingreifen müssen, was unsere Licht- und Technik-Aktion wohl schlagartig beendet hätte.

Da die Studierenden zwar laut, aber erwartungsgemäß sehr friedlich waren, konnte aber alles planmäßig über die Bühne gehen. Scherzhaft wurde gemutmaßt, dass der vergleichsweise gute Beleuchtungszustand der Räder an diesem Abend zurückzuführen sein könnte, dass die potenziell schlechter beleuchtete Personengruppe anderweitig beschäftigt war... Insgesamt verlief der Abend bei hervorragendem Wetter sehr positiv mit gut gelaunten Akteuren auf allen Seiten. Die Licht-Prominenzen Horstl Koschuta, der den LED-Workshop in der Fahrradküche leitet, sowie Harald Blazek gaben der Aktion kurz die Ehre. Zu einem späteren Zeitpunkt halfen die beiden übrigens tatkräftig mit.  

Am Ende wurden die Argusse dann noch gefordert: Eine lustige Studigruppe, die von irgendjemandem die Aufgabe erhalten hat, möglichst kreativ dafür zu sorgen, dass Passanten die Nationalhymne singen, scheiterte an ARGUS Steiermark-Obfrau Heidi Schmitt. Die Bayerin versicherte, bestenfalls deutsche Nationalhymne und vielleicht notfalls auch die Bayernhymne zum Besten geben zu können, üblicherweise aber im persönlichen Gesangsrepertoire überhaupt hymnenlos auszukommen. Dafür war die Studigruppe dann mit einem Tauschgeschäft Trillerpfeife gegen Reflektoren erfolgreich, was offenbar eine andere Aufgabe war. 
 

Ab- und Ansagen

Gefragt: Klebereflektoren © ARGUS Stmk
Gefragt: Klebereflektoren
© ARGUS Stmk
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Cop & Argonaut © Walter Bradler
Cop & Argonaut
© Walter Bradler
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 In der zweiten Woche machte das Wetter einen Strich durch die Rechnung - zwei Termine mussten abgsagt und hinten drangehängt werden.

International ging es am 09.11. in der Eggenbergerstraße zu: Italiener, Deutsche, Ungarn, Radelnde aus afrikanischem und asiatischem Kulturkreis, die vornehmlich aus der FH oder von der AVL-Dependence in der Alten-Post-Straße kamen, frequentierten unsere Posten und die mobile Bicycle-Werkstätte. Wieder auffallend: Oft funzelige Batterielichter - eine junge Dame konnte per Handbetrieb noch etwas mehr Leuchtkraft herstellen, um weiterfahren zu können -, wenn die Dinger nicht überhaupt zu Hause vergessen worden waren. Auch alte Bekannte kamen vorbei - man kennt die Aktion mittlerweile in der Bike Community. Unzählige Speichenreflektoren mit ARGUS-Logo wurden appliziert. 

"Konkurrenz" vor der Stadthalle

Einsatz vor der Stadthalle © H. Schmitt
Einsatz vor der Stadthalle
© H. Schmitt
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Ben flickt am Zeug © H. Schmitt
Ben flickt am Zeug
© H. Schmitt
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 Von den Temperaturen her recht mild, aber auch sehr zugig war der Standort Stadthalle. Etwas Aufregung gab es, als sich die Stadthallenleitung aufgrund eines bevorstehenden Auftritts von Michael Mittermeier nicht besonders erfreut war, dass auf dem Vorplatz die Lichtaktion stattfand. Nicht die Aktion als solche war Grund der Beanstandung, sondern die Sorge um die Freihaltung der Fluchtwege. Allerdings einigte man sich nach einiger Zeit.

Sonst verlief alles sehr ruhig, die Reflektor- oder Lichtlosen waren einsichtig, wobei alle, wie üblich sehr gut versorgt wurden und viele nicht nur aufgeklärt, sondern auch vorschriftsgemäß ausgestattet wurden. Vor allem die Mountainbike- und Rennradfahrer waren begeistert von den Klebereflektoren und ließen diese bereitwillig anbringen.

Hartes Pflaster und schöner Ausklang

Polizistin belehrt, Ben montiert © H. Schmitt
Polizistin belehrt, Ben montiert
© H. Schmitt
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Evelyn mit nettem Kunden © H. Schmitt
Evelyn mit nettem Kunden
© H. Schmitt
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Heidis Lastengefährt © H. Schmitt
Heidis Lastengefährt
© H. Schmitt
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2. Einsatz vor der Oper © H. Schmitt
2. Einsatz vor der Oper
© H. Schmitt
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Noch einmal Oper © H. Schmitt
Noch einmal Oper
© H. Schmitt
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Ein deutlich härteres Pflaster war der Mariahilferplatz. Anders an den dezentraleren Standorten trafen die ArgonautInnen rechts der Mur teilweise auf wesentlich weniger einsichtige RadlerInnen. Eine Mutter nahm die Erklärungen der Polizistin zum schlecht ausgestatteten Rad ihres Buben eher interessenlos bis kaum zur Kenntnis. Einem weiteren ungeduldigen Passanten, der meinte, er würde habe jetzt nicht die Zeit für solche "Spielchen", erklärte einer der Polizisten, dass es sich hier nicht um Spielchen, sondern um eine reguläre Verkehrskontrolle handle. Ein anderer pöbelte einen der ARGUS-Aktiven an.

Sehr freundlich und erfreut über die Aktion dagegen war ein Afrikaner mit ausgezeichneten Deutschkenntnissen, der von Evelyn mit Reflektoren ausgestattet wurde. Schließlich kam ein Mann mit deutlichen Koordinationsstörungen angeradelt, der von der Polizei gleich zum Alkoholvortest gebeten wurde. Glücklicherweise war der festgestellte Promillegehalt mit 0,2 Promille deutlich unter dem gesetzlich erlaubten Maximum von 0,8 Promile. Auch an der Bertha-von-Suttner-Brücke und beim zweiten Durchgang am Opernring wurde jeweils noch ein Alkotest durchgeführt - glücklicherweise beide negativ. 

Kuriosum an der B.-v.-Suttner-Brücke: Ein perfekt ausgestatteter Faltradbesitzer schob sein Rad zweimal (in beide Richtungen) vorbei. Auf Nachfrage durch die Polizei meinte er, er hat es halt nicht eilig und gehe daher zu Fuß. An der Oper leerte eine lichtlose Dame gleich ihren ganzen Tascheninhalt auf den Gehsteig, da sie ihr Licht nicht fand, und stellte dann beim Einräumen fest, dass es sich in einem Seitenfach befand. (Freilich wäre eine Suche vor Antritt der Fahrt besser gewesen, Anm.) 

An der Keplerbrücke, dem achten und letzten Standort, gab es am 18.11. ein starkes Finish. Leichter Nieselregen am Beginn stellte gleich Dynamo- und Bremsengripp auf die Probe. Die Polizei war hochmotiviert mit 5 (!) Beamten im Einsatz und hielt nahezu alle RadlerInnen an. Die Werkstatt war dadurch etwas überlastet, auch das fünfköpfige ARGUS-Team war stark gefordert.



Aktionszeitraum

Anzahl Termine

kontrollierte Fahrräder

davon defekt

repariert

Herbst 2006

10 x

1.128

458  (41 %)

270

Frühjahr 2007

10 x

   907

579  (64 %)

301

Herbst 2007

8 x

   534

303  (57 %)

132

Herbst 2008

5 x    555 312  (56 %) 127
Herbst 2009 8 x    627 318 (51 %) 118

Licht+Technik-Aktionen wurden (ohne Polizei) auch an den Autofreien Tagen in Graz 2007 , 2008 und 2009 sowie im Frühjahr 2008 auch in Feldkirchen und Feldbach durchgeführt. 


(ARGUS)